Sharleen Spiteri von Texas: «Klar waren wir auch müde»

Im Jahre 1989 war Texas die meistgespielte Band im britischen Radio. Nach nun acht Jahren seit ihrem letzten Studioalbum, gibt es von den Schotten um Frontfrau Sharleen Spiteri ein Lebenszeichen. Ob Spiteri mit ihrem neuen Album „The Conversation“ zufrieden ist, lest ihr bei BluesReissue.ch.

Sharleen Spiteri mit Texas am Sierre Blues Festival. Foto: Roland Kämpfer

Sharleen Spiteri mit Texas am Sierre Blues Festival. Foto: Roland Kämpfer

Wir trafen Sängerin Sharleen Spiteri anlässlich ihrem Konzert am Sierre Blues Festival zum Interview – die Rebellin, Frontfrau von Texas und seit 2008 auch Solokünstlerin. Spricht man über die Band Texas, so wird im selben Atemzug oft auch der Name Sharleen Spiteri genannt.

Die Schottin ist charismatisch – sogar sehr charismatisch. Sie flitzt agil und quirlig über die Bühne. Mit „I Don’t Want A Lover“, wohl dem grossen Texas-Hit, starten die fünf Musiker in einen spätsommerlichen Konzertabend im Wallis. Bereits nach den ersten beiden Refrains springt der Funke ins Publikum. Für eine Band, die in der Vergangenheit oft von sich behauptete, „den Leuten auf die Nerven zu gehen“, ist diese Verbindung zum Publikum Balsam für die Seele.

Ebenfalls mit von der Partie ist Gitarrist Ally McErlaine, der ein Hirn-Aneurysma überlebte und bereits vier Jahre später wieder kräftig in die Saiten greift. Er tobt sich am Instrument aus, wie auch die übrigen Bandmitglieder. Die Band fühlt sich im Wallis sichtlich wohl.

Mittelpunkt der Szenerie ist und bleibt aber Frontfrau Spiteri. Fans unterschiedlichen Alters schaukeln zu Balladen mit oder singen zu „Say What You Want“ ausgiebig mit. Das Set von Texas, welches mit Zugaben etwas weniger als 1½ Stunden dauerte, war ausserdem gespickt mit neuen Songs. Die Highlights der neuen Scheibe sind sicherlich die neue Single „Detroit City“ und der Titeltrack „The Conversation“. Auch diese Neuheiten kamen beim Publikum an.

Das Interview mit der Frontfrau von Texas:

Wir freuen uns, dass du hier mit Texas am Sierre Blues Festival spielst! 

Sharleen Spiteri: Danke, es gefällt uns hier. Wir versuchen als Act an einem Blues Festival etwas „back to the roots“ zu gehen. (schmunzelt)

Gratulation für euer neues Album „The Conversation“. Habt ihr bereits einige Rückmeldungen darauf erhalten?

Oh, das Album macht sich toll. Wir wussten ja nicht, auf wie viel Resonanz das Album stossen würde. Nach einer längeren Absenz ist es immer relativ schwierig abzuschätzen, aber in England kam „The Conversation“ direkt in die Top 40 und erreichte bereits Goldstatus. Auch in Frankreich wurde das Album bereits sehr gut verkauft.

Und was meinen die alten Texas-Fans?

Ich denke, dass die alten Fans es lieben. „The Conversation“ schliesst an die älteren Texas-Alben an, wirkt aber deutlich älter – halt etwa 25 Jahre reifer. Das finden sicher viele ältere Fans eine gute Sache.

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Patrice Althaus im Interview mit Sharleen Spiteri. Foto: Roland Kämpfer

Mit Texas bist du seit den späten 1980er Jahren aktiv.

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Was hat sich da im Musikbusiness verändert?

Einfach alles – und trotzdem nichts –, glaub mir. Wir waren bei Universal Music für 25 Jahre. Mit „The Conversation“ haben wir erstmals ein Album bei einem Independent-Label (PIAS) veröffentlicht. Das ist ein schwerer Schritt für eine erfolgreiche Band, wenn man bedenkt, dass wir für mehr als zwei Jahrzehnte im Obdach eines grossen Labels wie Universal waren. Dort verkauften wir 35 Millionen Alben. Der Wechsel fühlte sich an, als ob wir nochmals von vorne beginnen würden. PIAS war sehr angetan von uns und liebte unsere Musik. Ein Grund, weshalb wir uns von Universal trennten, ist derjenige, dass PIAS unsere Musik sehr schätzt.

Was ist heute für eine Band wichtig?

Musik zu machen. Das wollten wir damals und das wollen wir heute. Wenn du das nicht wirklich willst, dann kannst du dich nicht über 25 Jahre im Musikbusiness halten. Man muss versuchen, immer wieder das Beste zu geben und neue, tolle Songs zu schreiben.

Was sich auch sehr verändert hat, ist die Einstellung gegenüber den Lyrics. Heute wirken sie im Mainstream oft etwas flach. Was braucht es, um zu einem guten Song wirklich auch gute Lyrics zu schreiben?

Die Lyrics müssen demjenigen, der sie schreibt etwas bedeuten. Es sind oftmals die schlichten und einfachen Worte über Liebe und Hass, die einen Song gut machen. Doch es kommt eben immer darauf an, wie man diese Gedanken in Worte niederschreibt. Lyrics geben dem Song die Tiefe, die du auch mit dem Gehör wahrnimmst. Wenn die Lyrics der Grundstimmung des Songs entsprechen, dann spürst du, dass der Song „echt“ ist.

Es dauerte acht Jahre, bis ihr mit „The Conversation“ ein neues Album veröffentlicht habt. Liegt es daran, dass eine Band auch mal müde wird?

Um ehrlich zu sein, waren wir wirklich auch etwas müde. Unsere Band Texas hatte zum Zeitpunkt des letzten Albums bereits eine grossartige Karriere hinter sich. Wir haben so viele Konzerte und Festivals gespielt und verkauften ausgesprochen viele Alben. Ich glaube, ein weiterer Grund für unseren Unterbruch, waren die Hörer. Sie mochten uns zwar, aber irgendwie sehnten sie sich nach anderer Musik. Da hiess es manchmal auch etwa „Oh, schon wieder Texas…“ oder ähnliches. Wir konnten das spüren und mussten einen Schritt zurücktreten. Das passiert einfach.

Ein weiterer Grund war, dass unser Gitarrist Ally vor vier Jahren ein Hirn-Aneurysma hatte. Das war ein massiver Schock! (überlegt) Aber siehe da, Ally steht heute wieder auf der Bühne und spielt Gitarre! Ally weiss, dass er heute Gitarrist von Texas ist und das viel Wert ist. Früher war das anders. Heute machen wir bewusster gemeinsam Musik.

Ich habe gemerkt, dass du heute nicht geflucht hast. (schmunzelt)

Ehrlich? Das habe ich gar nicht gemerkt. Aber ich muss schon sagen, ich versuche heute vorsichtiger zu sein. (schmunzelt, ich antworte ihr, dass wir uns schliesslich auch in der “gut behüteten” Schweiz befänden)

„I Don’t Want A Lover“, „Summer Son“ und deine anderen Hits – welche Beziehung hast du zu ihnen?

Sie sind mein Leben. Durch sie kann ich das ausleben, was ich bin: Ich bin Musikerin, kann um die Welt reisen und vor Tausenden von Leuten spielen. Sie erlauben es mir, einen tollen Lifestyle zu leben und die Songs haben mir ein tolles Zuhause ermöglicht. Vor allem aber sind es die tollen Erinnerungen, die sie mir geschenkt haben. Dafür bin ich sehr dankbar – und ich liebe es, sie zu performen.

Zum Abschluss des Interviews: Was sind deine Wünsche für die Zukunft?

Weiterhin das machen zu können, was ich immer schon wollte: Musik.