Der Blues Express wird zu «Johnny Fontane & The Rivals»

Der Blues Express fährt am Earthquake Openair zum letzten Mal unter diesem Namen ein. Das Quartett um Tom Marcozzi (Gesang, Gitarre), Philipp Lüdi (Keys), Christian Spahni (Bass) und Lukas Zürcher (Schlagzeug) schlägt mit ihrem im Winter erscheinenden Album einen neuen Weg ein. Neu wird die Schweizer Blues-Combo unter dem Namen «Johnny Fontane & The Rivals» auftreten. 

Johnny Fontane & The Rivals am Earthquake Openair. Foto: Roland Kämpfer (www.orlandipix.ch)

Johnny Fontane & The Rivals am Earthquake Openair. Foto: Roland Kämpfer (www.orlandipix.ch)

In Herzogenbuchsee wartete für zwei der vier Musiker ein Heimspiel. Tom Marcozzi und Lukas Zürcher, die aus dem oberaargauischen Wanzwil respektive Röthenbach bei Herzogenbuchsee stammen, lobten das Earthquake Openair: «Es ist immer speziell vor heimischen Publikum aufzutreten. Der freie Eintritt und vor allem das sehr familienfreundliche Openair gefällt uns sehr.» Für sie sind Heimspiele keine Seltenheit. Der Blues Express war für etwa eineinhalb Saisons als Hausband der Konzertreihe blueMonday in der Kulturfabrik Kofmehl engagiert. Marcozzi erinnert sich: «An den blueMondays zu spielen fühlte sich fast so an, als spielte ich in meinen eigenen vier Wänden. Dort halten sich Leute auf, die einfach eine positive Grundhaltung haben und Blues-Musik sehr schätzen.»

In der Frühjahrssaison konnte die Konzertreihe blueMonday einige internationale, hochkarätige Künstler verpflichten, die immer auch ein abendfüllendes Programm spielten. «Wir erhalten aber immer noch ein bis zwei Slots pro Saison», erklärt Marcozzi. Als Hausband lud der Blues Express seinerseits Gastmusiker ein, die mit ihnen auf der Bühne auftraten. «Mit Jane Bogaert konnten wir eine tolle Künstlerin mit ins Boot ziehen. Die Show war eine Klasse für sich.»

Um an dieser erfolgreichen Live-Kollaboration mit Bogaert anzuschliessen, suchte Tom Marcozzi nach weiteren Künstlern: «Ich fand im Internet ein Video von Justina Lee Brown. Nachdem ich sie gehört hatte, wollte ich sie unbedingt auch für ein Konzert engagieren.» Den Kontakt mit Justina Lee Brown fand Marcozzi dann kurz darauf in Zürich, «doch unser Budget reichte leider nicht aus um die Gagenvorstellungen der Sängerin zu erfüllen. Deshalb entschieden wir uns weiterzusuchen und fanden mit Leslie Philbert von The Voice of Switzerland eine ebenso talentierte Sängerin.»

Etwa eine Woche vor dem geplanten Konzert mit dem Gastauftritt von Leslie Philbert, wurde diese krank und musste die Show absagen. «Also musste ich ziemlich schnell reagieren, da ein Gastmusiker angekündigt war. Ich rief einfach nochmals Justina Lee Brown an und erzählte ihr, dass wir unbedingt eine Sängerin brauchten. Sie hat uns schlussendlich aus dieser misslichen Situation geholfen. Justina sang einfach grossartig.»

Die Zusammenarbeit mit Justina Lee Brown hielt an – der Blues Express spielte mit ihr im Vorfeld des Earthquake Openairs an einigen Festivals. Auch auf dem angekündigten Studioalbum, welches voraussichtlich im Januar 2015 erscheinen wird, singt Justina Lee Brown einen Titel ein. Marcozzi freut sich, dass die Zusammenarbeit gefruchtet hat: «Ich habe für sie einen Song geschrieben. Auf dem Track ‚This Ain’t Mississippi’ wird sie einen Slow-Blues singen. Ich bin sehr gespannt. Justina ist eine absolute Herzblut-Musikerin und ist sowieso im Bereich der Soul-, Blues- und Roots-Musik zuhause.»

Doch wie kommt diese plötzliche Namensänderung? «Mit Blues Express hatten wir eigentlich kein Gesicht. Es ist wichtig, dass man sich zuerst selbst abholt und kennenlernt, bevor man mit seinem Sound auch Leute begeistern kann. Deshalb haben wir uns entschieden, in Zukunft unter dem Namen Johnny Fontane & The Rivals aufzutreten, da die Geschichte um Johnny Fontane doch sehr ansprechend ist und sehr gut passt Wir sind Unterdogs, versuchen mit unserer Musik immer weiterzukommen – so wie es schliesslich Johnny mit der Unterstützung der Mafia bewerkstelligen konnte.»

Marcozzi spielt hier auf die Geschichte von Johnny Fontane an: Er, der Musiker aus dem Film «The Godfather» (mit Marlon Brando), war erfolgreich und hatte gute Engagements, bis ihn dann sein Produzent fallen liess. Die Mafia drängte daraufhin den Produzenten dazu, Fontane weiterhin zu beschäftigen.

Tom Marcozzi ist seinerseits Italiener: «Deshalb sehe ich diesen „Mafia“ geprägten Blues durchaus als einen interessanten Mix an.» Wir sind gespannt darauf, was Johnny Fontane & The Rivals mit Ihrem ersten Album vorlegen werden.

Weitere Informationen unter:
www.johnnyfontane.com

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