Ryan McGarvey: Geballte Ladung Gitarren-Power in Rubigen

Die Tour von Ryan McGarvey ist gestartet: Der 28-jährige Amerikaner hat mit seinen beiden Bandkollegen Sam Miller (Bass/Backing Vocals) und Logan Miles Nix (Schlagzeug) in der Mühle Hunziken vor einer eindrücklichen Kulisse den Auftakt der “The Road Chosen”- Tour 2015 gegeben.

Ryan McGarvey in der Mühle Hunziken. Foto: Roland Kämpfer

Ryan McGarvey in der Mühle Hunziken. Foto: Roland Kämpfer

Die Besucherzahl in der Mühle Hunziken von etwas über 300 Gästen im Gegensatz zu etwas mehr als vierzig Besuchern vor zwei Jahren in der Galery Music Bar in Pratteln, zeigt die steile Kurve, die einhergeht mit dem Aufstieg eines jungen, ungezähmten Gitarrenwunders und Newcomers, der sich langsam zu einem echten Namen in der Bluesrock-Szene formt. 

Ryan McGarvey spielte in Rubigen zwei bunt aus seiner Diskografie zusammengewürfelte Sets. Die Songs wurden jeweils mit langen Gitarrensoli abgerundet und verziert. Seine Nummern leben hauptsächlich von der Improvisation und von den Soloparts, und deshalb ist der aus Albuquerque, New Mexico stammende Musiker definitiv geschaffen für die Bühne. Nicht auf den Studioaufnahmen kitzelt der 28-Jährige jeder einzelnen Note seine eigene Magie hervor, sondern vielmehr bei seinen Live-Performances. Dies soll den Wert von Ryan McGarveys Studioalbum nicht schmälern, aber nochmals hervorheben, was für ein überzeugender Performer er ist. Auch die rock-lastigeren Nummern wie etwa “Memphis” aus seinem neuen Album “The Road Chosen” kommen live wirkungsvoller und dynamischer zur Geltung als auf dem Album.

Auch zu überzeugen mögen Bassist Sam Miller, der für viel Konstanz sorgt sowie Schlagzeuger Logan Miles Nix, der nach einer längeren Pause wieder zum Trio zurückgekehrt ist, und ein belebendes Element darstellt. Ryan McGarvey verbindet seine satte Bariton-Stimme, seine sympathische und ruhige Art mit einer elektrisierenden, geballten Ladung Gitarren-Power, die durch eine unglaubliche Präzision und Technik überzeugt: Und genau mit diesen Qualitäten wird sich der Amerikaner früher oder später neben all den anderen Blues-Rock-Grössen etablieren können. Ich glaube daran, dass Ryan McGarvey das Backup, die Möglichkeiten und die Fähigkeit besitzt, um sich mittelfristig unter Namen wie Kenny Wayne Shepherd oder Philip Sayce zu mischen.

Ryan McGarvey spielte neben der Mühle Hunziken auch noch in St. Gallen (Grabenhalle), Scherzingen (Bäckerstübli) und Solothurn (Kofmehl). Wer Ryan McGarvey in der Schweiz verpasst hat, so kann er dies am 29. Juni 2015 am New Orleans Festival in Zofingen nachholen.

Weiterführend:

www.ryanmcgarvey.com
www.florencemilleragency.com

Konzertbilder

von Roland Kämpfer, www.orlandipix.ch