Kein Soul, kein Blues, kein R&B einfach Feel Good Music mit Curtis Salgado

Konzerterlebnis Curtis Salgado and the London Horns, 7.4.2018 Groove Now, Atlantis Basel

Haben Sie schon von Curtis Salgado gehört? Nicht?! Groove Now hat den Ausnahmemusiker und seine geniale Combo nicht zuletzt aus diesem Grund nach Basel geholt.
Patrick Kaiser ist immer auf der Suche nach grossartigen Künstlern und hat seinem Publikum mit Curtis Salgado einen schillernden Diamanten präsentiert.
AO7B9950Salgado der in seinem über 40 jährigen Schaffen unter anderen mit John Lee Hooker, Robert Cray, Muddy Waters, Bobby Bland, Albert Collins, Steve Ray Vaughn und Bonnie Raitt zusammenarbeitete, ist seiner Leidenschaft, der Musik, immer treu geblieben. John Belushi wurde von Salgado in die Geschichte des Blues eingeführt. Was Belushi zu den Hauptcharakteren Jake und Elwood Blues, der legendären ‘Blues Brother’s’ Filme inspirierte. Curtis wurde denn auch der Name des von Cab Galloway dargestellten Filmcharakters.
Seit 1990 widmet sich Salgado ausschliesslich seiner eigenen Karriere.
Einen schweren und bedrohlichen Rückschlag im Jahr 2004, die Diagnose Leberkrebs, überlebte Salgado unter anderem durch die Mithilfe seiner illustren Musikerkollegen (u.a. Steve Miller, Robert Cray, Bonnie Raitt, Taj Mahal..) die mit Benefizkonzerten Geld für die dringend benötigte Lebertransplantation sammelten.
Kurz nach seiner Genesung wurde Salgado 2010 als bester Soul/Blues Künstler des Jahres für den Music Award nominiert.
So viele Höhen und Tiefen kann kein Mensch verbergen. Eindrücklich und berührend kommen diese Erfahrungen direkt in seiner Musik und seinem Ausdruck zur Geltung.
Als gestandener ‘Normalo’ beeindruckt er als Sänger, Harp Spieler, Frontmann, Bandleader, Songwriter, Showman und Mensch gleichermassen.

Mit ‘Low Down’ beginnt eine faszinierende Reise in ungeahnte Höhen musikalischen Könnens. Salgados Band überzeugt durch ein bestechendes Talent aus Dichte, Dynamik, Soloparts, Rhythmus und erhebenden Akzenten.
Wir lassen uns freudig entführen in ein Programm, das sowohl aus der Feder Salgados und seines ‘Partner’s in Crime’ Alan Hager besteht, und mit ausgewählten Cover Versionen versehen ist. Dass Salgado und Hager durch jahrzehntelange Zusammenarbeit stark verwachsen sind, ist greiffbar. Für Musikliebhaber ist sowohl die Stimme und das Harp Spiel Salgado’s, als auch das Gitarrenspiel Hager’s unverwechselbar.
Salgado, der mit kurzen Geschichten immer wieder erklärt, welche Musiker ihn zu welchen Songs inspirierten, ist Publikumsnah und charismatisch, ohne seinen Mitmusikern jeh vor der Sonne zu stehen. Er lobt, feuert an und überprüft immer wieder, ob seine Message beim Publikum ankommt.
Auch Musikgeschichte vermittelt er mal eben sehr eindrücklich. So zum Beispiel den John Lee Hooker Groove, der fälschlicherweise oft ZZ Top oder den Rolling Stones zugeschrieben wird. Er lässt uns wissen, dass dieser unverwechselbare Groove aus dem Schaffen Hookers stammt und das Licht der Welt im Jahr 1948 erblickte. Mir schwillt mein Herz bei solch witzigen Lektionen. Ausserdem wird ganz klar, wieso gerade Salgado John Belushi in die Geschichte des R&B und Blues einführte und zum Filmmeisterwerk zu inspirieren vermochte.
Die London Horn’s akzentuieren immer wieder den Sound Salgados, um unmittelbar danach mit erhebenden Soli’s zu überzeugen.
Alan Hager ist Mal frech, mal fordernd, mal sexy und immer souverän und ausdrucksstark. Der immer strahlende Kris Jefferson am Bass überzeugt als herrlicher Bodenleger genauso wie als Solist. Zusammen mit Casey Anderson am Drum bildet er eine hervorragende Rhythmus Sektion. Joe Heinemann an den Tasten lässt mich vor allem in ‘I Was Born All Over’ vor Entzückung staunen.
In ‘Summer Time Life’ spielt mir Alan Hager Sonnenstrahlen und Lichtstreifen auf die Netzhaut meiner träumenden, geschlossenen Augen. Wie eine frische Brise auf See oder morgendliches Vogelgezwitscher beschwört er mir einen schier ewig währenden Sonnenaufgang ins Gemüt.
Spontan entschliesst sich Salgado, die Setliste mit einem Jam aufzulockern. Mit ‘I’m Trying’ von Little Milton ermöglicht Salgado dem Mann an der Trompete, Matt Holland ein Solo, das an Können, Spielfreude, Cool-und Sexyness kaum zu überbieten ist.
Salgado weiss nicht nur sich selbst zu präsentieren, er gewährt auch seinen Mitmusikern enorm viel Scheinwerferlicht.
Dieses Konzert hat mich berührt und meine Seele verjüngt. Komm wieder, Curtis, und bring all Deine Freunde mit!

Line up:
Curtis Salgado Vocals/Harp
Alan Hager Guitar
Kris Jefferson Bass
Joe Heinemann Keyboards
Casey Anderson Drums
James Knight Saxophone
Matt Holland Trumpet

Text: Alexandra Bürki
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Fotos: Roland Kämpfer

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